Usedomer Musikfestival 2012

Autoren der Usedomer Literaturtage 2012

Georg Aescht

Georg Aescht, geboren 1953 in Zeiden, Siebenbürgen, Rumänien, war nach einem Studium der Germanistik und Anglistik an der Universität Klausenburg/Cluj in Siebenbürgen Lehrer am deutschsprachigen Gymnasium. Neben literaturkritischen Beiträgen in deutschsprachigen Publikationen übersetzte er rumänische Autoren und arbeitete an den Gymnasiallehrbüchern für deutsche Literatur mit. 1984 wanderte er mit Frau und Tochter in die Bundesrepublik Deutschland aus. Nach siebenjähriger Arbeit als Korrektor in einer Setzerei trat er die Stelle eines Redakteurs bei der Bonner Stiftung Ostdeutscher Kulturrat an, wo er derzeit die „Kulturpolitische Korrespondenz“ redigiert. Er hat bereits Bücher aus dem Rumänischen und Französischen übersetzt.

Oskar Ansull

Oskar Ansull, geboren 1950 in Celle, lebt als freier Autor, Herausgeber und "Erfinder von Lesungen" in Berlin-Pankow. Bekannt wurde er vor allem für seine Leseprogramme und zahlreiche Rundfunksendungen für den NDR und Radio Bremen zu Leben und Werk deutscher Autoren. Seine Herkunft (der "unbekannte" Vater war Pole) hat ihn immer wieder literarische Bezüge im östlichen Kulturbereich finden lassen. Neben Horst Bienek, Paul Celan und Johannes Bobrowski z.B. den galizischen Schriftsteller Karl Emil Franzos, über den er das Lesebuch „Zweigeist“ (2005) veröffentlicht hat.

Joanna Bator

Die polnische Schriftstellerin wurde 1968 in Wałbrzych/Waldenburg geboren. Vor der Veröffentlichung ihres ersten Romans “Sandberg” (2009, auf Deutsch 2011) arbeitete sie bei der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Warschau und unterrichtete Kulturanthropologie und Philosophie. Neben den Romanen “Sandberg” und “Chmurdalia” schrieb sie eine Reportagensammlung “Japanischer Fächer” über das moderne Japan, dessen versierte Kennerin sie ist. Die Bücher von Joanna Bator wurden mit diversen Literaturpreisen ausgezeichnet und in verschiedene Sprachen übersetzt. Ihr neuester Roman “Dunkel, Nacht beinahe” wird 2012 im Verlag WAB in Warschau erscheinen.

Alfred Brendel

Alfred Brendel, geboren 1931 bei Olmütz in der Tschechoslowakei, führte sein Weg bald nach Jugoslawien, später nach Österreich und England. Der gefeierte Pianist spielte auf den großen Konzertpodien der Welt. Er wurde mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht, u.a. die Ehrendoktorwürde der Universitäten von London, Oxford, Yale. 2004 wurde ihm der als Nobelpreis der Musik geltende Ernst von Siemens-Musikpreis für sein musikalisch interpretatorisches Lebenswerk übergeben. 2008 folgte der Herbert-von-Karajan Musikpreis. Nach seinem Rückzug von der Bühne 2008 begeistert er seither mit Musikvorträgen und Lesungen eigener Gedichte. 2011 ist er bereits mit dem erstmals verliehenen Franz-Liszt-Ehrenpreis Weimar- Bayreuth ausgezeichnet worden.

Tanja Dückers

Tanja Dückers, geboren 1968 in West-Berlin ist als Schriftstellerin, Kunsthistorikerin und Publizistin tätig. Zu ihren wichtigsten Werken zählen die Romane „Spielzone“ (1999), „Himmelskörper“ (2003), „Der Längste Tag des Jahres“ (2006), „Hausers Zimmer“ (2011), der Lyrikband „Luftpost. Gedichte Berlin – Barcelona“ (2001), ihr Theaterstück „Grüße aus Transnistrien“ (UA im HAU 2, Berlin 2008) sowie die Essaybände „Morgen nach Utopia“ (2007) und „Über das Erinnern“ (2008). Bis Ende 2007 war sie Kolumnistin der Frankfurter Rundschau, seit 2008 schreibt sie gesellschaftspolitische Essays für ZEIT Online. Für ihr literarisches und essayistisches Schaffen erhielt sie zahlreiche Preise und Stipendien.

Filip Florian

Filip Florian wurde 1968 in Bukarest geboren. Nach dem Studium der Geologie und Geophysik arbeitete er als Journalist für die Zeitung "Cuvîntul" und für Radio Free Europe sowie die Deutsche Welle. Sein Roman „Degete mici” (Kleine Finger) wurde mehrfach u.a. vom rumänischen Schriftstellerverband als bestes Prosa-Debut 2006 ausgezeichnet. Sein 2008 erschienener Roman „Zilele regelui” (Die Tage des Königs), wurde vom „Kolloquium des zeitgenössischen rumänischen Romans” zum Buch des Jahres gekürt. Filip Florian gilt als eine der großen Begabungen der osteuropäischen Literatur. Er lebt in Bukarest.


Arne Franke

Arne Franke, 1959 in Groß-Umstadt (Hessen) geboren, studierte Kunstgeschichte mit dem Schwerpunkt Architekturgeschichte und Denkmalpflege. Nach einer mehrjährigen Tätigkeit als Konservator in Görlitz arbeitet er seit 1996 als freiberuflicher Autor und Ausstellungsmacher zu einzelnen Themen ostmitteleuropäischer Architekturgeschichte. Nach mehreren Publikationen und Ausstellungen zur Kulturgeschichte Schlesiens publizierte er im Verlag des Deutschen Kulturforums östliches Europa zwei kulturhistorische Reisebücher zum südlichen Siebenbürgen. Zudem erschienen zwei Architekturführer zu den siebenbürgischen Städten Sibiu/Hermannstadt und Braşov/Kronstadt.

Franziska Franke

Franziska Franke, geboren in Leipzig, schloss ihr Studium in Kommunikations- und Medienwissenschaften an der Universität Leipzig ab und bereitet ihre Magisterarbeit im Fach Musikwissenschaft vor. Seit dem sechsten Lebensjahr erhält sie Klavierunterricht. Sie war Regieassistentin von Joachim Herz und Matthias Oldag bei Operninszenierungen an der Musikhochschule Leipzig und Mitarbeiterin der Gesamtausgabe der Briefe von Felix Mendelssohn Bartholdy. Sie ist Pressereferentin des Usedomer Musikfestivals, arbeitet als freie Journalistin und gestaltet Lesungen und Konzerte.

Radu Gabrea

Radu Gabrea wurde 1937 in Bukarest, Rumänien geboren und studierte an der Bukarester Theater- und Filmhochschule. Mit seinen ersten beiden Spielfilmen "Zu klein für einen so großen Krieg" und "Jenseits des Sandes" war Gabrea ein wichtiger Vertreter des Neuaufbruchs im rumänischen Film nach 1968. Als der Film "Jenseits des Sandes" in Rumänien verboten wurde, ging er ins Exil und lebte von 1974 bis 1997 in Deutschland. Seit 1998 ist er wieder in Bukarest tätig. 2011 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande für seine Verdienste um die deutsch-rumänischen Kulturbeziehungen und insbesondere seinen künstlerischen Beitrag zum Verständnis der deutsch-rumänischen Geschichte ausgezeichnet.

Eleonora Hummel

Eleonora Hummel, geboren 1970 in Kasachstan, siedelte nach einer kurzen Zwischenstation im Nordkaukasus 1982 mit ihrer Familie nach Dresden über. Seit 1995 ist sie literarisch tätig. Für ihren Debütroman „Die Fische von Berlin“ erhielt sie 2006 den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis. Für ihren 2009 erschienenen Roman „Die Venus im Fenster“ wurde Eleonora Hummel ein Literaturstipendium der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen zuerkannt. 2011 erhielt sie den Hohenemser Literaturpreis für einen Auszug aus einem noch unveröffentlichten Werk.

Jan Koneffke

Jan Koneffke wurde 1960 geboren, wuchs in Darmstadt, Neu-Isenburg, Braunschweig und wieder Darmstadt auf, ging 1981 zum Studium nach Berlin und ist seit 1987 freier Schriftsteller. Nach einem Stipendium in der Villa Massimo (1995) blieb er für sieben weitere Jahre in Rom. Seit 2003 pendelt er zwischen Wien, Bukarest und Maneciu, einem Dorf in den Südkarpaten. Jan Koneffke veröffentlichte bislang15 Bücher, darunter Romane, Erzählungen und Gedichtbände, außerdem 4 Kinder- und Jugendbücher. Er arbeitet auch als Übersetzer aus dem Italienischen und Rumänischen.

Andreas Kossert

Andreas Kossert, geboren 1970 in Hannoversch Münden, studierte in Deutschland und Polen Geschichte, Slawistik und Politik. Der promovierte Historiker arbeitet am Deutschen Historischen Institut in Warschau und ist ein ausgewiesener Kenner des östlichen Mitteleuropas. Auf seine historischen Darstellungen Masurens (2001) und Ostpreußens (2005) erhielt er begeisterte Reaktionen. Zuletzt erschien „Damals in Ostpreußen. Der Untergang einer deutschen Provinz“ (2008) sowie der Bestseller „Kalte Heimat. Die Geschichte der Deutschen Vertriebenen nach 1945“ (2008). Für seine Arbeit wurde ihm der Georg Dehio-Buchpreis des Deutschen Kulturforums östliches Europa verliehen.

Stanislaw Mucha

Stanislaw Mucha wurde am 3.05.1970 in Nowy Targ/Polen geboren und studierte an der Staatlichen Theaterhochschule Ludwik Solski in Krakau. Bereits während des Studiums folgten erste Rollen am Theater in Krakau. 1994 erhielt er ein festes Engagement als Schauspieler und Regieassistent am Staatlichen Alten Theater Helena Modrzejewska in Krakau. Von 1995 bis zum Jahr 2000 absolvierte Mucha ein Studium der Film- und Fernsehregie an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf in Potsdam-Babelsberg. Sein Dokumentarfilm Absolut Warhola wurde im Jahr 2001 mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem erhielt Mucha den Publikumspreis bei den Festivals in Mannheim und in Duisburg sowie den DEFA-Nachwuchspreis und einen Grimme-Preis.

Manfred Osten

Manfred Osten, geboren 1938 in Ludwigslust, studierte Rechtswissenschaften, Philosophie, Musikwissenschaft und Literatur in Hamburg und München. Nach der Promotion trat er in den Auswärtigen Dienst mit Stationen in Kamerun, Tschad, Ungarn, Australien und Japan. 1993 wurde er Leiter des Osteuropa-Referats der Bundesregierung. Von 1995 bis 2004 war er als Generalsekretär der Alexander von Humboldt-Stiftung in Bonn tätig. Manfred Osten ist Autor zahlreicher Publikationen und führte über 30 Fernsehgespräche mit Alexander Kluge.

Sarah Jana Porter

Sarah Jana Porter wurde 1983 in München geboren und wuchs auch dort auf. Danach studierte sie in Passau „Sprachen, Wirtschafts- und Kulturraumstudien“. Als Schwerpunkt ihres Studiums wählte sie osteuropäische Geschichte, in ihrer Diplomarbeit erforschte sie die Bedingungen musikalischen Schaffens in der Sowjetunion. 2011 war sie mit einem Stipendium des Deutschen Kulturforums Östliches Europa als Stadtschreiberin in Tallinn. Dort hat sie nach den Spuren europäischer Geschichte gesucht und ihre Fundstücke in einem Blog und in der Ausstellung „In Tallinn leben – Geschichten von Menschen und Häusern“ festgehalten.

Ilma Rakusa

Ilma Rakusa wurde 1946 als Tochter eines Slowenen und einer Ungarin in der Slowakei geboren. Ihre Kindheit verbrachte sie in Budapest, Ljubljana und Triest. 1951 siedelte sie nach Zürich über. Rakusa studierte Slawistik und Romanistik in Zürich, Paris und St. Petersburg.1977 debütierte sie mit der Gedichtensammlung „Wie Winter“. Seitdem sind zahlreiche Lyrik-, Erzähl- und Essaybände erschienen. Sie übersetzt aus dem Russischen, Serbokroatischen, Ungarischen und Französischen. Als Publizistin setzt sie sich für die Vermittlung osteuropäischer Literaturen ein. Für ihre Arbeit wurde sie mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet. Ilma Rakusa ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

Harald Roth

Harald Roth, geboren 1965, studierte osteuropäische und neuere Geschichte sowie evangelische Theologie in München, Freiburg, Heidelberg und Seattle; seine Abschlüsse erwarb er in München. Von 1993 bis 2007 war er verantwort- lich für das Siebenbürgen-Institut mit Sitz in Gundelsheim am Neckar, 2007-2008 arbeitete er am Südost-Institut Mün- chen/Regensburg, seither ist er Südosteuropa-Referent am Deutschen Kulturforum östliches Europa in Potsdam. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Siebenbürgen und das historische Ungarn, zuletzt legte er einige Stadtgeschichten aus diesem Bereich vor. 

Eginald Schlattner

Eginald Schlattner, geboren in Arad (Rumänien) ist Pfarrer und Schriftsteller in Siebenbürgen. Er wuchs in Fogarasch (Făgăraș) – am Fuße der Karpaten – auf und studierte bis zu seiner Relegation evangelische Theologie in Klausenburg (Cluj), anschließend Mathematik und Hydrologie. 1957 wurde er verhaftet und 1959 wegen „Nichtanzeige von Hochverrat“ verurteilt. Nach der Entlassung arbeitete er als Tagelöhner und später als Ingenieur. 1973 nahm Schlattner noch einmal das theologische Studium auf. Er war bis zur Pensionierung evangelischer Pfarrer in Rothberg (Roșia) bei Hermannstadt (Sibiu) und auch als Gefängnispfarrer in Gherla tätig.

Paulina Schulz

Paulina Schulz wurde 1973 in Polen geboren und lebt seit 1989 in Deutschland. Sie studierte Prosa, Film, Dramatik und als Hauptfach Übersetzen am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Sie arbeitet als Autorin, Übersetzerin und Dozentin. Ihre Texte wurden sowohl in deutschsprachigen wie auch in polnischen Literaturzeitschriften und Anthologien veröf- fentlicht, für ihre Arbeit erhielt sie mehrere Preise und Sti- pendien. 

Thomas Schulz

Thomas Schulz, geboren 1951 in Polen, studierte Literaturwissenschaften und Kunsttheorie in Thorn/Toruc. Nach einer Weiterbildung im Bereich Kulturmanagement in Saarbrücken und Ludwigsburg ist er als Kurator mehrerer Kunstausstellungen und Leiter zahlreicher internationaler Kulturprojekte tätig und hat an Publikationen über moderne Kunst und Literatur des östlichen Europa mitgearbeitet. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Deutschen Kulturforums östliches Europa.

Ernest Wichner

Ernest Wichner, geboren 1952 in Guttenbrunn (Zăbrani), Banat / Rumänien, wanderte 1975 nach Deutschland aus. Er studierte Germanistik und Politologie an der FU-Berlin und ist sei 1988 Mitarbeiter des Literaturhauses Berlin, seit 2003 dessen Leiter. Er ist als Autor, Übersetzer, Literaturkritiker sowie als Herausgeber mehrerer Anthologien mit rumäniendeutscher und rumänischer Literatur tätig. Zuletzt veröffentlichte er neben Übersetzungen von M. Blecher, Nora Iuga und Mircea Cărtărescu die Bände: „Alte Bilder. Geschichten“ (2001); „Rückseite der Gesten. Gedichte“ (2003); „bin ganz wie aufgesperrt“ Gedichte (2010) und „Neuschnee und Ovomaltine. Gedichte“ (2010).