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Literaturpreis

Basierend auf der thematischen Ausrichtung der Literaturtage, werden jährlich Literaten ausgezeichnet, die sich in hohem Maße dem Europäischen Dialog in Geschichte und Gegenwart verpflichtet fühlen. Eine Jury, bestehend aus Prof. Dr. Hellmuth Karasek (†), Dr. Andreas KossertDr. Doris Lemmermeier (bis 2011) und Thomas Schulz (bis 2013), wählten 2011 die tschechische Autorin Radka Denemarková und deren Übersetzerin Eva Profousová aus, 2012 folgte die polnische Schriftstellerin Olga Tokarczuk und 2013 erhielt der Darmstädter Autor Jan Koneffke die Auszeichnung. 2014 konnte sich der tschechische Literat Jaroslav Rudiš und 2015 die deutsche Schriftstellerin Ulrike Draesner freuen. 2016 erhielt die Bestsellerautorin Dörte Hansen und 2017 die polnische Schriftstellerin Joanna Bator den Preis. Der mit 5.000 Euro dotierte Usedomer Literaturpreis beinhaltet darüber hinaus einen vierwöchigen Aufenthalt auf der Insel Usedom im Romantikhotel Ahlbecker Hof. Damit soll auch in Zukunft der Gedankenaustausch gefördert und die literarische Tradition auf der Insel, verbunden u.a. mit Maxim Gorki, Theodor Fontane und Thomas Mann, fortgeführt werden.


Der Preis

Idee und Form:
Ideengeberinnen für die Gestaltung des Preises sind Ellen Wölk und ihre Mutter Astrid Wölk. Auch ihre Familiengeschichte ist geprägt durch „Grenzland-Erfahrungen“ – Flucht, Enteignung und Wiederkehr in die Heimat. Die Familie hat einen großen Teil ihres Lebens auf der Insel Usedom verbracht. Astrid Wölk lebt und arbeitet heute als Architektin in Dresden, Ellen Wölk ist dem Usedomer Musikfestival seit Jahren durch ihre Arbeit als Künstlerische Betriebsdirektorin verbunden und lebt in Potsdam.

Die Wahl des Materials – das Holz – kann in seiner scheinbar unbearbeiteten, rohen Form als Referenzobjekt zur Ostsee verstanden werden: konkret als ein Stück Schwemmholz, eine Schiffsbohle, Teil einer Seebrücke – assoziativ als ein grenzverbindendes Element, ein Fundstück. Gleichzeitig spiegelt es den Ursprung der Papierherstellung wider. Ohne Holz ist der Buchdruck - ergo die Verbreitung der Literatur - nicht denkbar.
Die Verwendung der Lettern (Satzbuchstaben) ULT nimmt diese Verbindung zum Buchdruck zusätzlich auf und schafft wiederum in der Wahl der einzelnen Buchstaben ULT den Bezug zu den Usedomer Literaturtagen.
 Buchstaben in ihrem singulären Dasein machen Gedanken sichtbar, geben Ideen und Bildern eine Sprache – wo Gedanken vorerst Fragmente im Raum sind, suchen und finden sie durch die Schrift ihre Form. Der Ursprung einer literarischen Arbeit ist meist ein Konglomerat geistiger Fundstücke, Bilder und Gedanken, das erst durch die „Phrasierung“ in eine sinnstiftende Struktur gebracht wird. Somit sind Holz und Lettern der Ursprung und das Werkzeug der literarischen Idee und lassen in ihrer scheinbar arbiträren Form Raum für Interpretation und gedankliche Weiterentwicklung.
Die Vergoldung des Letters „L“ schafft eine Fokussierung auf die Literatur, als die „Mutter des Gedankens“ und stellt damit ihre heraus. Schon im Mittelalter wurden goldene Initialen verwendet, um dem Buch eine zusätzliche Exklusivität zu verleihen.
Die Verwendung des Metalls in seiner klaren Struktur setzt final eine Umrahmung der Fundstücke – sowohl literarisch als auch optisch. Beide Teile (oben & unten) setzen einen Anfang und ein Ende, ähnlich Buchrücken, zwischen denen das Werk innerhalb eines festen Rahmens seine Form findet – die „Fantasie in Form gebracht“.
Betrachtet man den Preis in seiner säulenähnlichen Form, so sind Literatur und Kreativität klar exponiert - auf einen Sockel gestellt.

Stifter:
Die Seetel Hotelgruppe und die Usedomer Literaturtage